Die Beziehungslegung ist ein Legesystem mit sechs Karten, mit dem du auf die Verbindung zwischen zwei Menschen schaust. Eine Karte beschreibt dich, eine die andere Person und eine die Beziehung selbst: das, was ihr gemeinsam erschafft. Zwei weitere zeigen, was trägt und was belastet, und die letzte zeigt, wohin sich alles bewegt und was helfen würde.
Sie passt zu Liebesfragen, die größer sind als Ja oder Nein: eine neue Verbindung, bei der du dir unsicher bist, eine lange Beziehung, in der es still geworden ist, eine schwierige Phase oder eine Entscheidung wie das Zusammenziehen. Sie funktioniert auch für enge Freundschaften und familiäre Bindungen. Wenn du neu im Tarot bist, erklärt Tarotkarten deuten lernen zuerst die Grundlagen.
Leg dir jetzt kostenlos die Beziehungslegung: Halte die Beziehung und deine Frage im Kopf und decke dann unten alle sechs Karten auf. Jede Position trägt ihre Frage und führt zur ausführlichen Bedeutung der Karte. Wenn du eigentlich nur wissen willst, was jemand fühlt, geht es mit der Legung Was fühlt die Person für mich? schneller.
Deine Beziehungslegung
- Du Wie zeigst du dich in dieser Beziehung?
- Dein Gegenüber Wie zeigt sich die andere Person gerade?
- Die Beziehung Wie ist die Verbindung zwischen euch?
- Stärken Was funktioniert und verdient Schutz?
- Belastungen Was belastet die Verbindung?
- Ausgang oder Rat Wohin führt das, und was würde helfen?
Lies die Karten 1 und 2 als Spiegel, mit Karte 3 dazwischen, und wäge dann Stärken gegen Belastungen ab, bevor du zur letzten Karte kommst. So deutest du die Positionen im Zusammenhang
Direkt zu einem Abschnitt:
- Was die Beziehungslegung ist und wann sie passt
- Die sechs Positionen auf einen Blick
- Jede Position im Detail
- Die Positionen im Zusammenhang deuten
- Die Legung Schritt für Schritt auslegen
- Eine vollständige Beispiel-Legung
- Neue Verbindungen, lange Beziehungen, Ex, Freundschaft und Familie
- Passende Fragen
- Häufige Fehler
- Häufige Fragen
Was ist die Beziehungslegung im Tarot?
Die Legung besteht aus sechs Karten in drei Reihen. In der oberen Reihe liegen die beiden Menschen und die Verbindung: Du (1) links, Dein Gegenüber (2) rechts und Die Beziehung (3) zwischen euch. Darunter liegen Stärken (4) und Belastungen (5), und die Karte Ausgang oder Rat (6) kommt ganz nach unten. Die Form hat einen Sinn: Die Beziehungskarte liegt in der Mitte, weil sie keinem von euch allein gehört.
Eine einzige klassische Version gibt es nicht. Beziehungslegungen finden sich in vielen modernen Tarotbüchern, mit unterschiedlich vielen Karten und unterschiedlichen Bezeichnungen. Diese hier beschränkt sich auf das Wesentliche: beide Menschen, die Verbindung, ihre hellen und dunklen Seiten und eine Richtung.
Nutze sie, wenn:
- du eine Dynamik verstehen willst und nicht nur die Gefühle eines Menschen.
- sich etwas verschoben hat: mehr Abstand, mehr Streit oder eine neue Phase.
- eine gemeinsame Entscheidung ansteht, etwa zusammenziehen, sich festlegen oder ein schwieriges Gespräch führen.
- eine Verbindung neu ist und du noch nicht weißt, was sie ist.
Oft ist eine andere Legung die bessere Wahl:
- Die Beziehung ist vorbei, und es tut weh. Die Legung bei Liebeskummer ist sanfter. Sie schaut auf deine Heilung, nicht auf die andere Person.
- Du wählst zwischen zwei Menschen oder zwei Wegen. Die Zwei-Wege-Legung stellt sie nebeneinander.
- Du willst eine schnelle Tendenz. Eine Ja-Nein-Legung oder das kostenlose Liebestarot geht schneller.
- Die Situation ist verworren, mit Vorgeschichte, anderen Menschen und verborgenen Beweggründen. Das Keltische Kreuz mit zehn Karten hat Platz für all das.
Und wenn du dich in einer Beziehung unsicher, kontrolliert oder bedroht fühlst, ist Tarot nicht das richtige Werkzeug. Sprich bitte mit einem Menschen, dem du vertraust, oder wende dich an eine Beratungsstelle für häusliche Gewalt in deiner Nähe.
Die sechs Positionen der Beziehungslegung auf einen Blick
Jede Position stellt ihre eigene Frage, und jede liest du am besten zusammen mit ein oder zwei anderen:
| Position | Was sie fragt | Deute sie mit |
|---|---|---|
| 1. Du | Wie zeigst du dich: deine Gefühle, Bedürfnisse und dein Verhalten? | 2, 3 |
| 2. Dein Gegenüber | Wie zeigt sich die andere Person gerade? | 1, 3 |
| 3. Die Beziehung | Wie ist die Verbindung, als etwas Eigenes betrachtet? | 1, 2, 6 |
| 4. Stärken | Was funktioniert und verdient Schutz? | 5, 3 |
| 5. Belastungen | Was belastet die Verbindung? | 4, 6 |
| 6. Ausgang oder Rat | Wohin führt das, und was würde helfen? | 3, 5 |

Die Zahlen zeigen die Reihenfolge, in der die Karten gelegt werden. Zuerst legst du die beiden Menschen an die Außenseiten der oberen Reihe, dann die Beziehungskarte zwischen sie. Stärken und Belastungen liegen darunter nebeneinander, und Karte 6 kommt ganz unten in die Mitte.
Jede Position der Beziehungslegung im Detail
Einige Muster gelten für alle sechs Positionen. Es hilft, sie zu kennen, bevor du anfängst:
- Große Arkana: Gewicht. Die Sache ist Teil eines größeren Kapitels oder einer Lebenslektion, nicht nur die Stimmung dieses Monats.
- Kelche: Gefühle, Zuneigung und emotionale Bedürfnisse. Die natürlichste Farbe für die Liebe.
- Stäbe: Begehren, Energie, Ehrgeiz und manchmal Reibung oder Überlastung.
- Schwerter: Gedanken, Worte, Zweifel und Konflikte. Oft ein Zeichen, dass das Reden, oder das Schweigen, das Thema ist.
- Münzen: die praktische Seite der Liebe: Zeit, Geld, Zuhause, Alltag und Verbindlichkeit, die sich in Taten zeigt.
- Hofkarten: meist eine Art, sich zu verhalten, und in Karte 1 und 2 sehr oft eine Beschreibung von einem von euch.
Die Beispiele mit einzelnen Karten unten sind nur Ausgangspunkte. Prüfe sie immer am Rest der Legung.
Karte 1: Du
Diese Karte ist deine Seite der Verbindung: was du fühlst, was du willst und wie du dich verhältst, und das ist nicht immer dasselbe. Oft benennt sie etwas, das du schon halb weißt. Lies sie zuerst und lies sie ehrlich, denn sie ist die einzige Position, die ganz in deiner Hand liegt. Ein Beispiel: Die Königin der Kelche zeigt, dass du dich tief kümmerst und ganz auf dein Gegenüber eingestellt bist, verbunden mit der Erinnerung, auch für dich selbst zu sorgen. Die Acht der Schwerter deutet darauf hin, dass du dich festgefahren fühlst oder Angst hast zu sagen, was du wirklich fühlst.
- Was hier auffällt: Eine Karte der Großen Arkana deutet darauf hin, dass diese Beziehung Teil einer größeren Veränderung in dir ist. Eine Hofkarte beschreibt oft, wie du dich in der Beziehung gibst, im Stil dieser Karte.
- Umgekehrt: ein Gefühl, das du zurückhältst, oder eine deiner Stärken, die zu weit ausschlägt, etwa Fürsorge, die in zu viel Geben kippt.
- Vergleiche mit: Karte 2, um zu sehen, ob ihr euch spiegelt, und Karte 3, um zu sehen, ob du die Verbindung gestaltest oder nur auf sie reagierst.
Karte 2: Dein Gegenüber
Karte 2 ist die andere Person, wie sie sich gerade in dieser Verbindung zeigt: ihre Stimmung, ihre Bedürfnisse und wie sie sich dir gegenüber verhält. Sie ist ein Spiegelbild, kein Blick in ihren Kopf. Tarot kann eine Atmosphäre andeuten, aber nicht bestätigen, was jemand denkt. Nimm diese Karte also weniger schwer als Karte 1. Ein Beispiel: Der Ritter der Münzen beschreibt einen treuen, beständigen Menschen, der Liebe eher durch Taten als durch Worte zeigt. Die Sieben der Kelche deutet auf jemanden hin, der nicht sicher ist, was er will, oder den der Gedanke an andere Möglichkeiten reizt.
- Was hier auffällt: Eine schwere Karte ist kein Urteil über den Menschen. Druck durch Arbeit, Familie oder Geld landet oft hier, weil er prägt, wie sich jemand zeigt.
- Umgekehrt: verschlossen, gestresst oder zurückhaltend. Das heißt selten „keine Gefühle“, sondern eher Gefühle, die blockiert oder gemischt sind.
- Vergleiche mit: Karte 1. Der Kontrast zwischen beiden ist meist das Herz der Legung.
Karte 3: Die Beziehung
Die mittlere Karte ist die Verbindung selbst: die Stimmung zwischen euch, eure Gewohnheiten als Paar, das, was ihr aufgebaut habt. Oft ist sie die aufschlussreichste Karte, denn eine Beziehung kann leiden, selbst wenn es beide gut meinen. Ein Beispiel: Die Liebenden weisen auf eine Verbindung hin, die auf Nähe, Respekt und gemeinsamen Werten beruht, und auf Liebe als eine Entscheidung, die man immer wieder trifft. Die Fünf der Schwerter zeigt ein Muster, bei dem es ums Punkten geht und Rechthaben wichtiger ist, als einander zu verstehen.
- Was hier auffällt: Eine Karte der Großen Arkana sagt, dass die Beziehung für euch beide ein bedeutsames Kapitel ist. Kelche passen hier am natürlichsten, Münzen zeigen eine praktische Verbindung aus gemeinsamen Plänen, Zuhause oder Geld.
- Umgekehrt: Die Verbindung ist aus dem Gleichgewicht, blockiert oder steckt in einer Phase fest. Die Karte beschreibt die Beziehung jetzt, nicht ihr Schicksal.
- Vergleiche mit: Karte 1 und 2 (ähnelt die Verbindung eher einem von euch?) und Karte 6 (wohin geht sie?).
Karte 4: Stärken
Karte 4 zeigt, was funktioniert: das Fundament, einen gemeinsamen Wert, etwas, das ihr gut zusammen könnt. In einer schweren Legung ist sie die Karte, an der du dich festhalten kannst, weil sie zeigt, worauf sich aufbauen lässt. Ein Beispiel: Die Drei der Münzen zeigt gute Zusammenarbeit und Respekt für das, was jeder von euch einbringt. Die Sechs der Kelche weist auf Wärme, Freundlichkeit und schöne gemeinsame Erinnerungen hin.
- Was hier auffällt: Landet eine schwierige Karte bei den Stärken, frag dich, was sie euch gegeben hat. Die Zehn der Stäbe kann zum Beispiel die gemeinsame Bereitschaft sein, Dinge zu tragen, auch wenn ihr beide müde seid.
- Umgekehrt: eine Stärke, die noch da ist, aber vernachlässigt oder für selbstverständlich gehalten wird.
- Vergleiche mit: Karte 5 und Karte 3 (ist die Stärke in der Verbindung sichtbar oder liegt sie darunter verborgen?).
Karte 5: Belastungen
Karte 5 ist die Belastung: der immer wiederkehrende Streit, das unerfüllte Bedürfnis, der Druck von außen. Versuch, sie in einem einfachen Satz zu benennen. Oft ist sie die nützlichste Karte der Legung, denn an einer Belastung, die du benennen kannst, kannst du auch arbeiten. Ein Beispiel: Die Zwei der Münzen weist auf ein volles Leben hin, in dem die Romantik in die Zeit gequetscht wird, die übrig bleibt. Der Teufel deutet auf Eifersucht, Kontrolle oder eine Bindung hin, die sich eher wie ein Haken anfühlt als wie Liebe.
- Was hier auffällt: Eine Karte der Großen Arkana ist ein tiefes Thema, etwa Vertrauen, Werte oder eine Veränderung im Leben. Eine Karte der Kleinen Arkana ist meist praktisch und lösbar. Eine angenehme Karte zeigt hier oft etwas an sich Gutes, das im Weg steht, etwa die Drei der Kelche: ein volles Sozialleben, das wenig Zeit füreinander lässt.
- Umgekehrt: eine Belastung, die nachlässt, oder eine, die unter der Decke gehalten wird.
- Vergleiche mit: Karte 4 (was ist stärker?) und Karte 6 (antwortet die letzte Karte darauf?).
Karte 6: Ausgang oder Rat
Die letzte Karte kann zwei Aufgaben übernehmen. Als Ausgang zeigt sie, wohin sich die Beziehung bewegt, wenn alles so weiterläuft. Als Rat zeigt sie, was am meisten helfen würde. Entscheide vor dem Auslegen, was du möchtest, oder lies sie auf beide Arten und schau, was passt. Ein Beispiel: Der Stern deutet auf neues Vertrauen zueinander nach einer schweren Zeit hin. Der Tod markiert das Ende eines Zyklus. Das kann eine Trennung bedeuten, heißt aber genauso oft, dass eine Phase der Beziehung endet, damit eine andere beginnen kann.
- Was hier auffällt: Eine Karte der Großen Arkana markiert einen echten Wendepunkt. Münzen zeigen oft Verbindlichkeit in praktischer Form, etwa ein gemeinsames Zuhause, Schwerter ein Gespräch, das geführt werden muss.
- Umgekehrt: als Ausgang oft eine Verzögerung oder etwas, worum ihr euch zuerst kümmern müsst, statt eines glatten Neins. Als Rat eine Warnung davor, was du vermeiden solltest.
- Vergleiche mit: Karte 3 (wohin die Verbindung geht) und Karte 5 (löst sie die Belastung?).
Die Positionen im Zusammenhang deuten
Sechs Karten, einzeln gelesen, ergeben sechs Aussagen. Paarweise gelesen, zeigen sie dir, wie die Beziehung funktioniert. Diese Verbindungen solltest du jedes Mal prüfen.
Der Spiegel: Karte 1 und 2
Stell die beiden Menschen nebeneinander. Dieselbe Farbe heißt, dass ihr euch am selben Ort begegnet: beide im Gefühl, beide im Kopf, beide beschäftigt. Verschiedene Farben können bedeuten, dass ihr verschiedene Sprachen sprecht. Kelche bei dir und Münzen beim Gegenüber können zum Beispiel beschreiben, dass sich einer emotionale Nähe wünscht, während der andere Liebe zeigt, indem er praktische Dinge erledigt. Keins von beidem ist falsch, aber jeder übersieht vielleicht, was der andere anbietet.
Zwei Hofkarten sind zwei Persönlichkeiten. Vergleiche ihren Rang: Pagen sind neu in etwas und lernen noch, Ritter sind in Bewegung und auf der Jagd, Königinnen zeigen innere Beständigkeit und Könige Autorität nach außen. Manche achten auch darauf, in welche Richtung die Figuren auf den Bildern des Rider-Waite-Smith-Decks schauen, zueinander hin oder voneinander weg. Nimm das als kleinen zusätzlichen Hinweis, nicht als Regel.
Die Verbindung zwischen euch: Karte 3 mit Karte 1 und 2
Frag dich, ob die Beziehungskarte einem von euch mehr ähnelt als dem anderen. Teilt sie eine Farbe oder Stimmung mit Karte 1, gibst vielleicht du den Ton an. Ist Karte 3 schwerer als beide persönlichen Karten, liegt das Problem vielleicht im Muster zwischen euch und nicht bei einem von beiden. Das ist in langen Beziehungen häufig, wenn zwei anständige Menschen in schlechte Gewohnheiten gerutscht sind.
Licht und Schatten: Karte 4 und 5
Lies Stärken und Belastungen als Waage. Teilen sie eine Farbe, kommen Stärke und Problem aus derselben Quelle: Zwei Kelche-Karten können bedeuten, dass tiefe Gefühle euch verbinden und zugleich verletzen. Eine Karte der Großen Arkana auf 4 und eine der Kleinen Arkana auf 5 deuten darauf hin, dass das Fundament tiefer reicht als das Problem. Ist es umgekehrt, ist das Problem größer, als es aussieht, und die Stärke reicht allein vielleicht nicht aus.
Belastung und Ausgang: Karte 5 und 6
Prüf, ob die letzte Karte auf die Belastung antwortet. Eine Belastung aus den Schwertern, etwa ein Gespräch, dem ihr ausweicht, gefolgt von der Gerechtigkeit oder der Königin der Schwerter auf Karte 6, zeigt einen klaren Weg: ein ehrliches, faires Gespräch. Übergeht Karte 6 die Belastung völlig, kommt der Ausgang, den sie zeigt, vielleicht mit dem ungelösten Problem im Gepäck.
Die obere Reihe und was darunter liegt
Die obere Reihe (Karte 1 bis 3) ist die Beziehung, wie du sie einer Freundin oder einem Freund beschreiben würdest. Die unteren Karten (4 bis 6) sind das, was sie trägt, was sie zermürbt und wohin sie geht. Eine angespannte obere Reihe über einer starken Karte 4 deutet auf eine schwierige Phase auf gutem Grund hin. Eine angenehme obere Reihe über einer schweren Karte 5 deutet darauf hin, dass etwas Wichtiges nicht ausgesprochen wird.
Sechs Karten zählen
Bei sechs Karten aus einem gut gemischten Deck kannst du mit einer oder zwei Karten der Großen Arkana rechnen. Vier oder mehr kommen nur in etwa einer von 20 Legungen vor und markieren eine prägende Zeit für die Beziehung. Drei oder mehr Karten einer bestimmten Farbe (etwa eine von 15 Legungen) geben das Thema vor: Kelche für Gefühle, Stäbe für Leidenschaft oder Reibung, Schwerter für Kommunikation und Stress, Münzen für den praktischen Alltag. Dass eine Farbe fehlt, ist häufig, bei jeder einzelnen Farbe etwa in 3 von 10 Legungen. Lies also nicht viel in ihr Fehlen hinein. Wie Kartenpaare zusammenwirken, erfährst du unter Tarot-Kartenkombinationen.
Die Beziehungslegung Schritt für Schritt auslegen

- Formuliere deine Frage. Richte sie auf die Verbindung und deinen Anteil daran, zum Beispiel: „Was sollte ich darüber verstehen, wo wir gerade stehen?“ Mehr Ideen findest du im Abschnitt mit den Fragen.
- Leg deine Regeln vor dem Mischen fest: ob du umgekehrte Karten deutest und ob Karte 6 der Ausgang, der Rat oder beides ist.
- Misch und heb ab, während du an die Beziehung denkst, wie sie jetzt ist, nicht wie du sie dir wünschst.
- Leg die obere Reihe. Karte 1 links, Karte 2 rechts, dann Karte 3 in die Mitte.
- Leg den Rest. Karte 4 darunter links, Karte 5 darunter rechts und Karte 6 ganz unten in die Mitte.
- Deute in drei Durchgängen. Betrachte zuerst die ganze Legung und zähl Große Arkana, Farben und umgekehrte Karten. Deute dann jede Karte an ihrer Position. Deute zuletzt die Paare, angefangen mit Karte 1 und 2.
- Schreib alles auf, mit Datum und Frage, damit du zurückblicken kannst, wenn sich die Dinge weiterentwickelt haben.
Varianten
- Signifikatoren. Manche wählen für jede Person eine Hofkarte und legen sie vor dem Auslegen hin. Andere lassen alle 78 Karten im Deck, damit jede Karte einen von euch beschreiben kann. Beides funktioniert.
- Eine siebte Karte. Wenn du sowohl einen Ausgang als auch einen Rat möchtest, teil Karte 6 in zwei: Leg Karte 6 als Ausgang und eine siebte Karte daneben als Rat.
- Seiten tauschen. Manche legen die andere Person nach links. Das macht keinen Unterschied, solange du dabei bleibst.
Eine vollständige Beispiel-Legung zur Beziehung
Hier ist eine vollständige erfundene Legung, die zeigt, wie die Karten zusammenwirken. Sie dient nur zur Veranschaulichung und handelt von keiner echten Person und keiner echten Legung. Stell dir eine Person namens Alex vor, die seit vier Jahren mit Jo zusammenlebt. Nichts ist wirklich schlimm, aber die beiden haben sich auseinandergelebt: Sie reden fast nur noch über den Haushalt, und Alex hat das Gefühl, dass etwas fehlt. Alex fragt: „Was sollte ich darüber verstehen, wo Jo und ich gerade stehen, und was würde uns helfen?“ Alex deutet auch umgekehrte Karten und liest Karte 6 als Ausgang und als Rat.
| Position | Karte | Kurz gesagt |
|---|---|---|
| 1. Du | Vier der Kelche | Zurückgezogen und lustlos, etwas scheint zu fehlen |
| 2. Dein Gegenüber | Zehn der Stäbe | Liebevoll, aber von Verpflichtungen erdrückt |
| 3. Die Beziehung | Zwei der Kelche, umgekehrt | Ungleichgewicht, der Funke ist zur Gewohnheit verblasst |
| 4. Stärken | Vier der Stäbe | Ein echtes gemeinsames Zuhause und ein Gefühl von Zugehörigkeit |
| 5. Belastungen | Zwei der Schwerter | Ein Gespräch, dem beide ausweichen |
| 6. Ausgang oder Rat | Die Mäßigkeit | Neues Gleichgewicht durch Geduld und Kompromiss |
Die beiden: Karte 1 und 2
Die Vier der Kelche zeigt Alex gelangweilt, abgekoppelt und nicht ganz anwesend, mit dem Gefühl, dass etwas fehlt, ohne es benennen zu können. Die Karte warnt auch, dass Alex übersehen könnte, was angeboten wird. Jos Karte, die Zehn der Stäbe, beschreibt einen Menschen, dem die Beziehung am Herzen liegt, der aber zu viel trägt, weil Arbeit oder Familienpflichten wenig Energie für Romantik lassen. Vielleicht hat auch Jo das Gefühl, die ganze Arbeit allein zu machen. Nebeneinander betrachtet, deuten womöglich beide die Müdigkeit oder Distanz des anderen als fehlendes Interesse. Keine der beiden Karten sagt, dass die Gefühle verschwunden sind.
Die Verbindung: Karte 3
Umgekehrt steht die Zwei der Kelche für eine Beziehung, in der der Funke zur Gewohnheit verblasst ist oder in der einer mehr gibt als der andere. Neben Karte 1 und 2 liest sich das als Auseinanderdriften, nicht als Verrat: zwei Menschen, die sich nicht mehr auf Augenhöhe begegnen, weil einer auf Reserve läuft und der andere innerlich ausgestiegen ist. Der eigene Rat der Karte für die umgekehrte Lage ist ein ehrliches Gespräch, und das führt direkt zu Karte 5.
Licht und Schatten: Karte 4 und 5
Die Stärke ist echt. Die Vier der Stäbe ist eine der klassischen Karten für ein stabiles, glückliches Zuhause und für den Aufbau eines gemeinsamen Lebens. Was auch sonst los ist: Alex und Jo spüren, dass sie zusammengehören. Die Belastung ist die Zwei der Schwerter: ein Patt, das durch Ausweichen aufrechterhalten wird. Beide wahren den Frieden, indem sie nichts sagen, also bewegt sich die Beziehung weder vorwärts, noch endet sie. Stäbe für die Stärke und Schwerter für die Belastung passen zur Geschichte: Das Zuhause ist solide, das Reden nicht.
Ausgang und Rat: Karte 6
Die Mäßigkeit ist die einzige Karte der Großen Arkana in der Legung, also hat sie Gewicht. Als Ausgang zeigt sie eine Partnerschaft, die ihren Rhythmus wiederfindet, weil Geduld und ehrliche Kommunikation die Dinge wieder ins Gleichgewicht bringen. Sie ist eine ruhige, heilende Karte, kein Wirbelwind. Als Rat bittet sie um den Mittelweg und um Geben und Nehmen: Jo teilt die Last, statt sie allein zu tragen, Alex bringt sich ein, statt sich zurückzuziehen, und beide passen sich an, ohne sich selbst zu verlieren.
Alles zusammen
Die Legung sagt weder „Trenn dich“ noch „Alles ist gut“. Sie sagt, dass das Fundament gut ist (Vier der Stäbe) und das Auseinanderdriften echt (Zwei der Kelche umgekehrt), aufrechterhalten durch ein Gespräch, das keiner von beiden begonnen hat (Zwei der Schwerter). Jede Karte trägt auch ihren eigenen Rat. Die Zehn der Stäbe sagt: Leg etwas ab und bitte um Hilfe. Die Vier der Kelche sagt: Schau noch einmal hin, was dir angeboten wird. Ein praktischer nächster Schritt wäre ein ruhiges Gespräch, in dem beide sagen, was sie tragen und was ihnen fehlt, gefolgt von kleinen, beständigen Veränderungen statt einer großen Geste.
Die Zählung bestätigt das: eine Karte der Großen Arkana, zwei Kelche, zwei Stäbe, ein Schwert, keine Münzen und keine Hofkarten. Gefühle und Alltagslast teilen sich die Legung zu gleichen Teilen, und die einzige Schwerter-Karte liegt genau dort, wo das Problem ist.
Die Legung für verschiedene Beziehungen nutzen
Eine neue Verbindung
Am Anfang zeigt Karte 3 eher das Potenzial der Verbindung als eine gefestigte Beziehung, und die Karten 4 und 5 sind erste Zeichen, die es wert sind, bemerkt zu werden, keine festen Eigenschaften. Pagen und Ritter sind hier häufig, besonders der Page der Kelche (Flirt, süße Nachrichten) und der Ritter der Kelche (Romantik und Werben). Lies Karte 6 als Rat: Neue Beziehungen verändern sich schnell, und eine Ausgangskarte beschreibt nur die aktuelle Richtung.
Eine lange Beziehung
Bei Paaren, die schon lange zusammen sind, funktioniert die Legung am besten als Bestandsaufnahme zu einem bestimmten Thema, etwa Geld, gemeinsame Zeit oder eine Entscheidung über die Zukunft. Schenk Karte 4 viel Aufmerksamkeit. Nach Jahren zu zweit hält man Stärken leicht für selbstverständlich, und sie zu benennen macht ein schwieriges Gespräch oft erst möglich.
Ein Ex
Wenn ihr wieder Kontakt habt oder du überlegst, es noch einmal zu versuchen, zeigt Karte 3, was die Verbindung jetzt ist, Karte 5, was sie beendet hat oder noch ungeklärt ist, und Karte 6, was helfen würde. Karten wie die Sechs der Kelche und das Gericht tauchen oft rund um zweite Chancen auf, mehr dazu unter Karten für die Vergangenheit und zweite Chancen. Die Sechs der Kelche trägt ihre eigene Warnung: Bevor du etwas neu entfachst, frag dich ehrlich, ob es aus gutem Grund zu Ende gegangen ist. Ist die Beziehung vorbei und willst du vor allem heilen, nimm stattdessen die Legung bei Liebeskummer.
Eine Legung über jemanden, der nichts davon weiß
Die meisten Beziehungslegungen handeln von jemandem, der nicht im Raum ist, und viele, die Tarot legen, finden das in Ordnung, solange es in der Legung um die Verbindung und um deine eigenen Entscheidungen geht. Karte 2 beschreibt, wie sich die andere Person in der Beziehung zeigt, nicht ihre privaten Gedanken. Bleib mit deiner Frage auf deiner Seite: „Was sollte ich über diese Verbindung verstehen?“ statt „Was denkt sie gerade?“
Manche Arten, die Karten zu nutzen, überschreiten eine Grenze. Jeden Tag in den Karten nachzusehen, was jemand gerade tut, die Treue des Partners oder der Partnerin zu befragen, statt mit ihm oder ihr zu reden, oder mit einer Legung zu entscheiden, was jemand anders tun sollte: All das setzt die Karten an die Stelle eines ehrlichen Gesprächs. Mehr dazu unter Die Gefühle eines anderen Menschen deuten und Tarotkarten als Gefühle.
Freundschaft und Familie
Die Legung funktioniert für jede enge Bindung. Nenn Karte 2 „die andere Person“ und deute den Rest wie gewohnt. Kelche beschreiben weiterhin Gefühl und Fürsorge, und Münzen bringen oft die praktische Seite des Familienlebens ins Spiel, etwa ein gemeinsames Zuhause, Geld oder Pflichten. Die Drei der Kelche ist eine häufige Karte der Freundschaft, die Zehn der Kelche eine der Harmonie in der Familie.
Passende Fragen für die Beziehungslegung
Die besten Fragen sind offen, beziehen sich auf die Gegenwart und auf etwas, nach dem du handeln kannst. Fragen, die die künftigen Entscheidungen eines anderen Menschen festnageln wollen, führen meist zu verworrenen Legungen.
| Schwächere Frage | Stärkere Frage |
|---|---|
| Liebt er mich? | Was sollte ich darüber verstehen, wie wir miteinander verbunden sind? |
| Werden wir heiraten? | Was würde uns helfen, die Zukunft aufzubauen, die wir beide wollen? |
| Warum ist sie so distanziert? | Was passiert gerade zwischen uns, und was kann ich tun? |
| Kommt mein Ex zurück? | Was sollte ich wissen, bevor ich diese Verbindung wieder aufnehme? |
| Ist diese Beziehung zum Scheitern verurteilt? | Was belastet diese Beziehung, und was ist noch stark? |
| Wer ist schuld an unseren Streits? | Welches Muster wiederholt sich zwischen uns immer wieder? |
Mehr zur Formulierung findest du unter Die richtigen Fragen an das Tarot.
Häufige Fehler bei der Beziehungslegung
- Karte 2 als Urteil über die andere Person lesen. Sie zeigt, wie sich der Mensch gerade in der Verbindung zeigt, oft geprägt von Druck, den du nicht sehen kannst.
- Karte 1 überspringen. Deine eigene Karte ist die, bei der du etwas tun kannst. Wer direkt zum Gegenüber springt, verpasst die halbe Geschichte.
- Über die Stärken hinweggehen. Eine schwere Legung mit einer guten Karte 4 ist eine ganz andere Legung als eine ohne sie.
- Karte 6 als Schicksal behandeln. Sie ist die aktuelle Richtung, und der Rest der Legung zeigt, was sie ändern könnte.
- Die Karten statt eines Gesprächs nutzen. Eine Legung kann dir zeigen, worüber ihr reden solltet. Das Gespräch kann sie dir nicht abnehmen.
Beziehungslegung im Tarot: häufige Fragen
Welche Positionen hat die Beziehungslegung im Tarot?
In der Version auf dieser Seite: 1 du, 2 dein Gegenüber, 3 die Beziehung, 4 Stärken, 5 Belastungen und 6 Ausgang oder Rat. Die Karten 1 bis 3 bilden die obere Reihe, mit der Beziehungskarte zwischen den beiden Menschen.
Kann ich sie nutzen, wenn ich Single bin oder die Beziehung nicht offiziell ist?
Ja. Bei einem Schwarm, einem Date oder einer Situationship liest du Karte 2 als die andere Person und Karte 3 als das Potenzial zwischen euch. Lies Karte 6 als Rat, denn frische Verbindungen verändern sich schnell.
Ist es in Ordnung, über jemanden zu legen, ohne dass die Person es weiß?
Die meisten, die Tarot legen, finden das in Ordnung, solange es in der Legung um die Verbindung und um deine Seite davon geht. Tarot kann dir nicht sagen, was jemand im Stillen denkt, und es sollte nie das Gespräch mit dem Menschen ersetzen. Frag, was du verstehen solltest, nicht, was die Person tut.
Was, wenn mir die Karte für den Ausgang nicht gefällt?
Karte 6 zeigt die Richtung, die die Dinge jetzt nehmen, kein feststehendes Ergebnis. Lies sie zusammen mit Karte 5: Wenn sich die Belastung ändert, kann sich auch der Ausgang ändern. Nimm eine schwere Karte als Warnung, auf die du reagieren kannst, und schau auf Karte 4, um zu sehen, womit du arbeiten kannst.
Wie oft sollte ich eine Beziehungslegung machen?
Wenn sich etwas verändert hat, oder höchstens alle paar Wochen zur selben Frage. Tägliche Legungen zu einer Beziehung nähren eher die Unruhe als die Klarheit. Für einen leichten täglichen Blick ist eine Tageskarte besser.
Welche Karten sind in einer Beziehungslegung am schönsten?
Die Zwei der Kelche, die Liebenden, die Zehn der Kelche und die Vier der Stäbe gehören zu den wärmsten. Die Position zählt aber trotzdem: Selbst die Zwei der Kelche liest sich als Belastung anders als als Stärke. Die Bedeutungen aller 78 Karten in der Liebe erklären jede einzelne.
Lust, es auszuprobieren? Leg dir deine eigene Legung mit der kostenlosen Beziehungslegung oben auf dieser Seite, schlag jede Karte in den Bedeutungen der Tarotkarten in der Liebe nach oder probier das kostenlose Liebestarot aus. Wenn eine Beziehung zu Ende gegangen ist, ist die Legung bei Liebeskummer für dich da, und alle anderen Legesysteme findest du auf der Seite Tarot-Legesysteme.
